Andacht - 01.04.2020

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Andacht zum Lied „All eure Sorgen werft auf ihn“ - März 2020

 

Gründe sich zu sorgen gibt es viele in diesen Wochen:

um die, die uns lieb sind, um die, von denen wir lesen und hören, wie sehr sie unter dem Virus leiden, um uns selbst.

Man kann sie wegschieben, die Sorgen: Fernseh gucken, Radio hören, ein Buch lesen, der PS anmachen und spielen, spazieren gehen  – und sicher noch einiges mehr.

Doch es ist gewiss: sie kommen zurück, plötzlich sind sie wieder da – ein Blick auf die Zeitung, einmal Nachrichten – und schon sind wir wieder mittendrin in unseren Sorgen.

Und zu denen, die wir jetzt haben, kommen ja viele alte Sorgen noch dazu: schwerer denn je drücken sie auf unsere Herzen, bekommen durch das Virus fast noch mehr Gewicht.

Unser Leben ist  eingegrenzt, das macht es schwierig im Alltag.

Unser Leben ist eingeschränkt, wir sehen unsere Freunde und Lebensmenschen nicht mehr.

Da haben die Sorgen freie Bahn, sind wir doch mal ehrlich.

Und wenn sie dann mal Raum haben, dann werden sie richtig groß und schwer, bringen immer neue Gedanken auf, was alles noch passieren könnte, eine echte Sorgenspirale.

Und keiner da, der sich hinsetzt und zuhört, der mit einem freundlichen Blick oder einem kleinen Streicheln wieder Wärme und Liebe ins Leben bringt und die Sorgen damit einschrumpft.

Keiner da? Nicht ganz.

Zugegeben, es ist nicht immer so einfach, aber da ist einer, der sagt: „Kommt zu mir, wenn ihr belastet seid und schwer an eurem Leben tragen müsst!“ Da ist einer, der sagt: „Nicht die Gesundenbrauchen einen Arzt, sondern die Kranken!“ Da ist einder, von dem uns gesagt wurde: „All eure Sorgen werft auf ihn!“

Jesus Christus stellt sich in unser Leben, er stellt sich vor uns, blickt uns ins Gesicht: „Was dich bedrängt, belastet, was dir die Luft zum atmen nehmen will: erzähl es mir, zeig es mir! Ich gehe nicht weg, bis du wieder lächeln kannst!“

Christus lässt uns nicht allein in diesen Wochen, auch nicht im Stich: er geht mit uns jeden Tag durch diese Zeit, bis sie wieder vorbei ist. Er hört zu, spricht uns seine Botschaften zu und zeigt uns: Gerade jetzt, wo du Angst hast, klein bist, dich fürchtest, gerade jetzt sollst du Gottes Kind sein.

Davon werden Sorgen nicht weniger, aber wir können ihnen sagen, wohin sie gehen sollen. Und wir blicken in die Augen des Menschen, der sie für uns trägt – damit wir die Liebe finden können.

 


Choralfantasie im barocken Stil über  All eure Sorgen, EKG 631

Klaus M. Kowalski, Arp Schnitger Orgel zu St. Ludgeri, Norden, Ostfriesland


 

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